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Schiffsfonds - Zahlen - Fakten - Informationen zum Thema: Mehrzweck-/ Schwergutschiffahrt

Schiffsfonds im Segment Mehrzweck-/ Schwergutschiffahrt
Weiterführende Informationen zu Schiffsfonds mit dem Schiffstyp
Schwergutschiff - Containerschiff - Massengutfrachter - Bulker - Tanker
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Zu den als Anlageobjekt für Schiffsfonds geeigneten Schiffstypen zählen u.a. auch Schwergutschiffe. Das sind Stückgutschiffe, auch Mehrzweckfrachter genannt, die zur Beförderung sehr schwerer oder sperriger Ladegüter geeignet sind. Diese Schiffsfonds / Schiffe sind zum Heben von Schwerlasten mit entsprechend dimensionierten Schwergutkranen ausgerüstet, die einzeln 80 bis 900 Tonnen heben können. Krane von Containerschiffen heben einzeln i.d.R. nur bis zu 40 Tonnen. Oftmals werden zwei Krane mit einer Mitteltraverse zusammen genutzt, woraus sich dann die doppelte Hebekraft ergibt. Schwergutschiffe als Schiffsfonds verfügen immer über besonders leistungsfähige Ballastpumpen (Antiheeling-Anlagen), um während der Stauarbeit auftretende Krängungen des Schiffes schnell ausgleichen zu können. Die Ballastpumpen befördern zum Gewichtsausgleich innerhalb kürzester Zeit Ballastwasser aus großen Trimmzellen in den Bordwänden von einer Bordwand in die andere. Manche Schiffe können zur Vermeidung der "Eskimo-Rolle" des Schiffes im Hafenbecken außenbords einen an einem Ausleger angebrachten Stabilitätsponton montieren. In manchen Häfen ist die Benutzung dieser Hilfe allerdings nicht gestattet. Dann ist eine wirkungsvolle Antiheeling-Anlage einfacher und schneller verfügbar. Auf Schwergutschiffen werden heutzutage sehr hohe Anforderungen an das Personal gestellt. Da es sich bei den zu verladenden und zu befördernden Schwerstücken jedweder Art um nicht standardisierte Ladung handelt, müssen die Fracht und ihre Verladung an Bord jedes Mal aufwendig berechnet und den Erfordernissen nach immer individuell und sicher befestigt werden. Mitunter wird auf der in der Regel verstärkten Tankdecke oder den Zwischendecks entsprechendes Laschmaterial festgeschweißt. Das Schweißen muß ein Teil des Bordpersonals beherrschen. Auch die Bedienung der Schwergutkrane erfordert sehr qualifizierte Mitarbeiter. Der Schiffstyp 'Heavy-Lift-Carrier' ist kein "richtiges" Spezialschiff, welches ausschließlich nur Schwergut fahren kann. Vom normalen Multipurpose-Carrier unterscheidet es sich im Wesentlichen nur durch die Schwergutkrane, eine verstärkte Tankdecke und die Antiheeling-Anlage - und damit natürlich auch durch einen höheren Werftpreis. Zur Not und auf Positionierungsreisen können diese Schwergut-Schiffe wie Bulker trockenes Schüttgut oder auch Container fahren. Und davon wird auch wenn irgend möglich auf Leerfahrten ohne Schwergut zur Kostendeckung Gebrauch gemacht. Der überwiegende Teil der Schwergutschiffe fährt Geschwindigkeiten von 13 bis 17 Knoten. Die Geschwindigkeit ist also noch nicht das entscheidende Merkmal im Wettbewerb. Einige der größeren (und längeren) Schwergutschiffe erreichen auch 19 Knoten. Der Schiffstyp "Projekt-Carrier" hat auch den besonderen Charme der Unabhängigkeit von den konjunkturellen Schwankungen im Containermarkt. Schwergutfahrten werden eben nicht vom Konsumenten, sondern von privaten und staatlichen Investoren bzw. Anlagenbauern lange im voraus disponiert.

Schwergutschiffe transportieren unter anderem traditionell seit Jahrzehnten alle großen Land-, Wasser- und auch Luftfahrzeuge ziviler und nicht selten - weitgehend unter Ausschluß der Öffentlichkeit - auch Ausrüstung und Nachschub militärischer Natur. Auch sämtliche zivilen Schienenfahrzeuge von der Lokomotive bis zu den Eisenbahnwaggons können meist gar nicht anders als per Schwergutschiff an ihren Bestimmungsort gebracht werden. Mit sehr großen Rad- und Kettenfahrzeugen kommt das Logistiksegment "High and Heavy" für die Heavy-Lift-Carrier hinzu: übergroße Busse, Krane, Bau- und Agrarfahrzeuge und nicht selten ganze Yachten. Daneben werden große Maschinenbauteile und ganze Anlagen jedweder Art transportiert. Diese sog. "Projektschiffahrt" erlebt im Rahmen der Globalisierung einen beispiellosen Boom, der aufgrund des Nachholbedarfes in vielen Regionen der Welt voraussichtlich noch eine ganze Reihe von Jahren andauern dürfte. Neben diesen traditionellen Betätigungsfeldern für konventionelle Schwergutfracht finden Schwergutreedereien zunehmend neue Beschäftigung im Offshore-Sektor der Öl- und Erdgasexploration: hier müssen auf den Punkt genau große Ausrüstungs-Komponenten an die Explorationsstandorte weit vor der Küstenlinie transportiert werden. Mehrere Schwergutreeder rüsten einen Teil ihrer vorhandenen Schwergutschiffe mit automatischen Positionierungssystemen aus, die die Schiffe auch bei Wind und Strömung in Position neben den Plattformen und Bohrlöchern halten.

Der Schwergutmarkt ist anders als der Container- oder Bulkmarkt, in welchem täglich die aktuellen Charterraten ermittelt und von den Schiffsmaklern auch für die einzelnen Schiffe namentlich veröffentlicht werden, außerordentlich intransparent. Bei Schwergut werden die Frachtraten für jede einzelne Reise und für jede immer unterschiedliche Fracht individuell ausgehandelt und die Abschlüsse werden von den Reedern und Maklern grundsätzlich nicht veröffentlicht. Wieviel ein Schwergutschiff mit den unterschiedlich profitablen Reisen unter dem Strich verdient hat, wissen die Reeder und Anteilseigner daher erst am Ende des Jahres.

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